Immunsystem stärken mit TCM – was dein Körper jetzt wirklich braucht

Shownotes

Wenn die Tage kühler werden und um uns herum wieder häufiger gehustet und geschnieft wird, greifen wir schnell zu Vitamin C, Zink, Ingwer & Co. Doch aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin beginnt die Unterstützung unseres Körpers schon viel früher.

In dieser Folge von TCM Smart & Easy schauen wir gemeinsam darauf, was dein Körper besonders im Herbst und Winter braucht. Ich erkläre dir, was hinter dem traditionellen TCM-Konzept des Wei Qi steckt, welche Rolle Lunge, Milz und Magen spielen und warum eine starke Mitte in der TCM so wichtig ist.

Und vor allem wird es praktisch: Wir sprechen über warme Mahlzeiten und herbstliche Rezepte, Schlaf, Bewegung, Wärme und kleine Atempausen, die sich auch in einen vollen Alltag integrieren lassen. Dabei geht es nicht darum, dein Immunsystem immer weiter zu „pushen“. Vielleicht braucht dein Körper manchmal gar nicht noch mehr. Vielleicht darf er weniger tragen.

Mach es dir gemütlich, schnapp dir eine Tasse Tee und stell dir vor, wir sitzen gemeinsam auf dem Sofa und sprechen darüber, wie du deinen Körper in der kalten Jahreszeit liebevoll unterstützen kannst.

🎧 In dieser Folge erfährst du unter anderem:

  • was Wei Qi in der TCM bedeutet
  • warum die Lunge im Herbst eine besondere Rolle spielt
  • weshalb deine Verdauung und deine „Mitte“ so wichtig sind
  • welche warmen Lebensmittel und herbstlichen Gerichte jetzt wunderbar passen
  • wie Schlaf und Regeneration dazugehören
  • welche 5 kleinen TCM-Routinen du direkt in deinen Alltag übernehmen kannst

Denn Gesundheit beginnt nicht erst dann, wenn dein Hals kratzt. Sie steckt auch in den kleinen Dingen, die du jeden Tag für dich tust.

Alles Liebe Deine Natalie

Hinweis: Die Inhalte dieser Folge dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnostik oder Behandlung.

Transkript anzeigen

Speaker0: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Podcasts TCM Smart & Easy.

Speaker0: Mein Name ist Nathalie Klug und ich freue mich sehr, dass du heute wieder mit dabei bist.

Speaker0: Vielleicht sitzt du gerade mit einer Tasse Tee auf dem Sofa oder du bist auch

Speaker0: ganz entspannt unterwegs, holst dir noch einen Kakao mit dazu, was auch immer.

Speaker0: Denn heute geht es um ein Thema, was wichtig ist, denn die Tage draußen verändern sich.

Speaker0: Es wird langsam kühler und wir unterhalten uns über eine Frage,

Speaker0: die gerade immer wieder im Herbst auftaucht.

Speaker0: Und zwar, was kann ich eigentlich tun, um mein Immunsystem zu stärken?

Speaker0: Los geht's mit der Podcast-Folge.

Speaker0: Ja, was kannst du tun, um dein Immunsystem zu stärken? Und auch das Immunsystem

Speaker0: deines Tieres, das funktioniert nicht anders.

Speaker0: Und du kennst wahrscheinlich die üblichen Antworten. Vitamin C,

Speaker0: Zink, Inver, genug Schlaf, gesundes Essen.

Speaker0: Und das ist alles vollkommen richtig. Aber heute möchte ich noch ein bisschen

Speaker0: tiefer gehen. Ich habe dir Alltagstipps mitgebracht, die du ganz einfach umsetzen kannst.

Speaker0: Denn die traditionelle chinesische Medizin schaut eben nicht nur darauf,

Speaker0: was du alles einnehmen sollst, sondern auch darauf, wie dein gesamtes System

Speaker0: gerade aufgestellt ist.

Speaker0: Wie gut du Energie bilden kannst, wie gut du dich regenerieren kannst,

Speaker0: wie viel Kraft dich dein Alter kostet, wie es deinem Verdauungssystem geht,

Speaker0: wie du eigentlich ausreichend schläfst.

Speaker0: Und wie viel Raum dein Körper eigentlich noch bekommt, um sich um sich selbst

Speaker0: zu kümmern. Das ist auch ein wichtiger Punkt, der häufig völlig unterschätzt wird.

Speaker0: Denn wenn dein System permanent mit Stress, Zeitdruck, Sorgen,

Speaker0: Schlafmangel und Erschöpfung beschäftigt ist, dann reicht auch manchmal der

Speaker0: beste Ingwertee nicht mehr aus.

Speaker0: Und deswegen ist es so wichtig, dass wir heute darüber sprechen.

Speaker0: Und bevor wir in die Alltagstipps gehen, möchte ich dir kurz das wunderschöne

Speaker0: Konzept in der TCM des sogenannten Wei-Chi vorstellen.

Speaker0: Das hört sich kompliziert an, ist es aber gar nicht.

Speaker0: Das Qi ist vereinfacht gesagt Lebensenergie, das kennst du vielleicht oder wird

Speaker0: auch mit funktioneller Energie übersetzt.

Speaker0: Und das Wei-Chi ist also das Abwehr-Chi, die Abwehrenergie.

Speaker0: Und du kannst dir das Wei-Chi so ein bisschen wie eine Schutzschicht vorstellen.

Speaker0: Es zirkuliert nach der traditionellen Vorstellung an der Oberfläche unseres

Speaker0: Körpers und hat unter anderem die Aufgabe, uns vor äußeren Einflüssen zu schützen.

Speaker0: Und wenn wir hier zusammen gemeinsam auf dem Sofa ganz gemütlich sitzen würden,

Speaker0: würde ich dir wahrscheinlich sagen, stell dir das Weiji vor wie ein Türsteher,

Speaker0: nicht wie ein aggressiver Türsteher, eher wie jemand, der sehr aufmerksam an

Speaker0: deiner Haustür steht und schaut, was darf rein und was bleibt besser draußen.

Speaker0: Und wenn du meinen Podcast schon so ein bisschen kennst, dann hast du bestimmt

Speaker0: auch schon von den krankmachenden äußeren Einflüssen gehört,

Speaker0: wie Wind, Kälte, Hitze oder Feuchtigkeit.

Speaker0: Und das bedeutet natürlich nicht, dass die alten chinesischen Ärzte bereits

Speaker0: Virenbakterien so verstanden haben, wie wir sie heute kennen.

Speaker0: Das ist eher so ein bisschen ein Erklärungsmodell. Und trotzdem finde ich das

Speaker0: für den Alltag unglaublich hilfreich.

Speaker0: Und wahrscheinlich kennst du das natürlich auch, dass du völlig überarbeitet

Speaker0: bist, dass du schlecht schläfst, dass du von einem Termin zum nächsten hetzt,

Speaker0: dass du dich um den ganzen Alltag kümmerst, um alle anderen Personen um dich

Speaker0: herum, nur nicht um dich selbst.

Speaker0: Und dann kommen diese kalten, nassen Tage, du frierst, du kommst völlig erschöpft

Speaker0: nach Hause und zwei Tage später liegst du flach.

Speaker0: Und aus moderner medizinischer Sicht ist natürlich nicht die Kälte allein dafür

Speaker0: verantwortlich, dass du einen Infekt bekommen hast.

Speaker0: Infektionen werden in der westlichen Welt durch Viren oder Bakterien verursacht.

Speaker0: Aber die moderne Forschung zeigt uns eben auch, dass Schlafmangel,

Speaker0: chronischer Stress, die Ernährung und der allgemeine Gesundheitszustand enormen

Speaker0: Einfluss darauf haben, wie gut unser Immunsystem arbeitet.

Speaker0: Und genau hier kann man eine wunderschöne Brücke zwischen der modernen Medizin und der TCM bauen.

Speaker0: Und das ist für den Human- und auch für den Veterinärbereich gültig.

Speaker0: In der TCM würden wir nämlich sagen, schau nicht erst auf die Erkältung,

Speaker0: sondern schau auf den Menschen, der die Erkältung bekommt.

Speaker0: Und das ist ein enormer Unterschied.

Speaker0: Und vielleicht schaust du auch so ein bisschen immer auf dich,

Speaker0: solange alles läuft, funktioniert das schon irgendwie, du funktionierst,

Speaker0: du machst, du organisierst, du kümmerst dich und dann kommt plötzlich das erste Kratzen im Hals.

Speaker0: Und innerhalb von fünf Minuten werden sämtliche Hausmittel hervorgeholt.

Speaker0: Ingwer, Zitrone, Vitamin C, sämtliche Tees, Wärmflaschen.

Speaker0: Und plötzlich bekommt dein Körper eine Aufmerksamkeit, nach der er vielleicht

Speaker0: schon seit Wochen gerufen hat.

Speaker0: Und deshalb möchte ich dir heute einen ganz wichtigen Gedanken mitgeben.

Speaker0: Die Immunsystempflege beginnt nicht erst dann, wenn du krank wirst.

Speaker0: Sie beginnt viel früher.

Speaker0: Sie beginnt jeden Morgen, sie beginnt bei jedem Frühstück, sie beginnt jedes

Speaker0: Mal, wenn du ins Bett gehst, sie beginnt bei jedem deiner Pausen,

Speaker0: sie beginnt damit, ob du ständig frierst, sie beginnt damit,

Speaker0: ob du permanent über deine eigenen Grenzen gehst und sie beginnt sogar damit, wie du atmest.

Speaker0: Aber dazu kommen wir später noch.

Speaker0: Und weil wir gerade beim Atem sind, müssen wir den Funktionskreis,

Speaker0: die Lunge, uns mal ganz kurz anschauen.

Speaker0: Aus Sicht der TCM gehört die Lunge zum Element Metall.

Speaker0: Und vielleicht erinnerst du dich an die Podcast-Folge, die ich dazu schon mal

Speaker0: gemacht habe, zum Tierbereich.

Speaker0: Ansonsten verlinke ich das gerne auch nochmal, schaue mal in den Shownotes rein.

Speaker0: Und zum Teil gehört eben nicht nur die Lunge, sondern auch der Dickdarm.

Speaker0: Und die Lunge hat in der chinesischen Medizin wesentlich mehr Aufgaben als nur unsere Atmung.

Speaker0: Und wird unter anderem auch eine wichtige Rolle zugeschrieben,

Speaker0: nämlich die Verteilung des Weijis.

Speaker0: Und außerdem kontrolliert sie nach traditionellen Vorstellungen auch noch die

Speaker0: Haut- und die Körperfläche.

Speaker0: Und das Bild finde ich eigentlich immer wunderschön, denn wo endet denn eigentlich

Speaker0: unser Körper? Genau, an deiner Haut.

Speaker0: Und hier ist praktisch die Grenze zwischen dir und deiner Umwelt.

Speaker0: Und genau deshalb, dass das Metallelement auch so viel mit Grenzen zu tun,

Speaker0: Mit dem Inneren und dem Äußeren, mit dem Festhalten und dem Loslassen und mit

Speaker0: der Frage, was gehört zu mir und was nicht.

Speaker0: Und vielleicht merkst du schon, plötzlich sind wir gar nicht mehr so wirklich

Speaker0: nur beim Erkältungstee.

Speaker0: Plötzlich sind wir mitten in deinem Leben.

Speaker0: Denn manchmal können wir unser System auch dadurch unterstützen,

Speaker0: dass wir aufhören, permanent alles aufzunehmen.

Speaker0: Jede Nachricht, jede Erwartung, jede Aufgabe, jede Stimmung des anderen Menschen,

Speaker0: jedes Problem, das eigentlich gar nicht unseres ist.

Speaker0: Manchmal braucht unser System nicht einfach noch mehr Input.

Speaker0: Manchmal braucht es weniger Input.

Speaker0: Und bevor wir da noch tiefer reingehen, will ich dir mal den ersten Alltagstipp mitgeben.

Speaker0: Und das ist ein sehr klassischer Tipp und ich verspreche dir,

Speaker0: du musst dafür weder chinesische Kräuter bestellen, noch dein gesamtes Leben umstellen.

Speaker0: Denn im Herbst darfst du anfangen, deinen Körper wieder mit ein bisschen mehr

Speaker0: Wärme zu füttern und ein bisschen mehr Wärme zu halten.

Speaker0: Und besonders Menschen, die vielleicht im Bereich Nacken, oberer Rücken oder

Speaker0: auch Füße empfindlich sind, da ist das ganz wichtig.

Speaker0: Vielleicht kennst du auch diese ganz typischen Herbstmomente.

Speaker0: Morgens scheint die Sonne, du denkst, ach heute wird es bestimmt warm,

Speaker0: du gehst ohne Jacke aus dem Haus.

Speaker0: Und zwei Stunden später stehst du irgendwo und denkst dir, warum habe ich eigentlich

Speaker0: nichts Wärmeres angezogen oder mir noch was zum Überziehen mitgenommen.

Speaker0: Ich kenne das auch und ein kleiner Tipp für dich, Schal einpacken,

Speaker0: Jacke mitnehmen, Füße warm halten.

Speaker0: Nicht aus Angst vor Kälte, sondern als eine Form von Fürsorge.

Speaker0: Das ist ein Unterschied.

Speaker0: Und mir ist auch wichtig, dass du dir bewusst machst, in der TCM,

Speaker0: gerade auch in der TCM Ernährung, da gibt es keine Verbote.

Speaker0: Und nicht, dass der Gedanke kommt, oh Gott, ich darf nie wieder frieren.

Speaker0: Nein, aber wenn du oder auch wenn dein Tier ohnehin erschöpft bist,

Speaker0: wenig schläfst, gerade viel Stress hast, dann darfst du deinem Körper die Arbeit

Speaker0: auch gerne ein bisschen leichter machen.

Speaker0: Und das kannst du ganz einfach mit Wärme machen.

Speaker0: Und da sind wir eigentlich auch schon beim zweiten Alltagstipp.

Speaker0: Ja, mach dir dein Frühstück wärmer.

Speaker0: Und das ist ein enorm wichtiges Thema. Essen fürs Immunsystem.

Speaker0: Schau dir mal an, frag dich mal, was hast du denn heute eigentlich gefrühstückt?

Speaker0: Vielleicht sagst du nur einen Kaffee.

Speaker0: Und wenn wir jetzt auf dem Sofa sitzen würden und du mir so eine Antwort geben

Speaker0: würdest, dann würde ich dich fragen, und was noch?

Speaker0: Und wenn du dann sagen würdest nichts, dann müssten wir uns wahrscheinlich nochmal

Speaker0: so ein bisschen unterhalten, denn genau hier wird es spannend.

Speaker0: Denn in der traditionellen chinesischen Medizin spielt die sogenannte Mitte,

Speaker0: das ist der Funktionskreis von Milz und Magen, also die zentrale Rolle für die,

Speaker0: Energiegewinnung eine enorm große Rolle.

Speaker0: Und ganz vereinfacht gesagt, die Nahrung kommt hinein in deinen Körper und daraus

Speaker0: wird die Energie hergestellt, das Qi und das funktioniert eben in der Mitte bei Milz und Magen.

Speaker0: Und was du dir bewusst machen solltest, dass nicht jede Nahrung,

Speaker0: die in deinen Körper hineinkommt, dass daraus Energie hergestellt werden kann.

Speaker0: Du kannst die hochwertigsten Lebensmittel der Welt essen.

Speaker0: Dein Körper muss sie trotzdem verdauen und verwerten.

Speaker0: Und deshalb ist es so wichtig, dass wir genau schauen, wie ist dein Körper,

Speaker0: wie ist deine Konstitution, wieso sind so deine Symptome.

Speaker0: Weil eben nicht alle Lebensmittel optimal vom Körper verdaut werden können, um Energie zu bilden.

Speaker0: Und deshalb empfehle ich besonders Menschen, die schnell frieren,

Speaker0: erschöpft sind, Verdauungsbeschwerden haben oder sich auch nach dem Essen müde

Speaker0: fühlen, gerne einmal auszuprobieren,

Speaker0: wie es sich mit mehr gekochten Mahlzeiten anfühlt.

Speaker0: Und nein, dafür musst du nicht jeden Morgen zwei Stunden am Herd stehen.

Speaker0: Ein warmes Frühstück ist so easy.

Speaker0: Zum Beispiel Haferpourridge mit gedünsteten Äpfeln, Zimt und ein paar Nüssen.

Speaker0: Hirsebrei mit Birnen, ein warmes Ei mit Brot und etwas gedünstetem Gemüse.

Speaker0: Oder doch die Suppe vom Vortag. Suppe zum Frühstück ist so unglaublich lecker

Speaker0: und tut da so unglaublich gut.

Speaker0: Und für manche Menschen klingt das erstmal seltsam, aber dein Körper kennt keine

Speaker0: gesellschaftlichen Frühstücksordnungen.

Speaker0: Und der sagt nicht, nee, Entschuldigung, es ist erst halb acht,

Speaker0: für mich ist Gemüse erst ab zwölf Uhr erlaubt.

Speaker0: Probier es einfach mal aus, was dir so bekommt.

Speaker0: Und ich habe ja schon gesagt, dass die Mitte für die Verdauung zuständig ist

Speaker0: und dass sie genügend Schiebereitstellen muss oder kann oder sollte.

Speaker0: Und daraus ergibt sich ein Gedanke, den ich dir auch noch unbedingt mitgeben

Speaker0: möchte, was ich auch immer wieder höre, dass.

Speaker0: Ganz viele Dinge eingenommen werden müssen. Aber den Körper,

Speaker0: das Immunsystem zu stärken, bedeutet nicht immer, etwas zusätzlich einzunehmen.

Speaker0: Manchmal bedeutet Stärken eben auch weniger belasten. Vielleicht brauchst du

Speaker0: nicht das 10. Nahrungsergänzungsmittel.

Speaker0: Vielleicht braucht dein Körper regelmäßige Mahlzeiten. Vielleicht braucht er

Speaker0: ausreichend Eiweiß. Vielleicht braucht er Gemüse.

Speaker0: Vielleicht braucht er warme Mahlzeiten, weniger Alkohol.

Speaker0: Vielleicht braucht er weniger stark verarbeitete Lebensmittel.

Speaker0: Und vielleicht braucht er auch schlicht genug Energie.

Speaker0: Und gerade weil wir gesund leben möchten, entsteht dadurch manchmal so ein unglaublicher Druck.

Speaker0: Ja, wir wollen alles richtig machen. Kein Zucker, kein Gluten,

Speaker0: keine Milch, keine Zusatzstoffe, Fasten, Detox, Supplements,

Speaker0: Superfoods und irgendwann wird gesunde Ernährung selbst zum absoluten Stressfaktor.

Speaker0: Und das kann eben nicht der Sinn dahinter sein. Essen darf nähern,

Speaker0: nicht nur deinen Körper, sondern auch dich als Menschen.

Speaker0: Und da kommen wir auch schon zum dritten Alltagstipp, ja. Und den finde ich

Speaker0: so unglaublich praktisch.

Speaker0: Koch dir einen Topf, großen Topf voller Suppe, damit es auch noch für die nächsten

Speaker0: Tage reicht. Nicht, weil Suppen magische Heilkräfte besitzen,

Speaker0: sondern weil sie etwas vereint, was ich im Herbst so schön finde.

Speaker0: Wärme, Flüssigkeit, Gemüse, Nährstoffe und das Gefühl, versorgt zu sein.

Speaker0: Das kann eine Karottensuppe, eine Kürbissuppe, Pastinake, Lauch,

Speaker0: Sellerie, Kartoffel, was auch immer sein.

Speaker0: Je nachdem, was du verträgst, kannst du gerne ein bisschen Ingwer hinzumachen,

Speaker0: ein bisschen Thymian, Knoblauch, frische Kräuter.

Speaker0: Und wenn du noch eine Eiweißquelle mit dazu haben möchtest, Hülsenfrüchte,

Speaker0: Tofu, Ei, Fisch oder Fleisch.

Speaker0: Und dann kochst du eben nicht nur eine Portion, sondern gleich mehrere.

Speaker0: Und am nächsten Tag sagt dir dann dein müdes Ich, wenn du den Kühlschrank öffnest, Danke.

Speaker0: Und ja, auch das ist übrigens Selbstversorge, über die wir viel zu selten sprechen.

Speaker0: Nicht das Schaumbad, sondern zum Beispiel einen großen Topf Suppe für den Dienstag vorzukochen.

Speaker0: Und das Nächste, was ich dich fragen würde, wenn wir gemeinsam auf dem Sofa

Speaker0: sitzen würden, wie schläfst du gerade eigentlich?

Speaker0: Nicht wie lange liegst du im Bett, sondern wie erholsam ist dein Schlaf?

Speaker0: Wachst du morgens einigermaßen erholt auf oder öffnest du die Augen und denkst,

Speaker0: ich könnte direkt wieder einschlafen?

Speaker0: Schlaf ist für die Regulation des Immunsystems enorm wichtig.

Speaker0: Und trotzdem behandeln wir ihn manchmal wie etwas, das übrig bleiben darf.

Speaker0: Erst wird gearbeitet, dann der Haushalt, Kinder, Handy, Netflix,

Speaker0: und dann vielleicht noch irgendwas schnell erledigen und irgendwann bekommt

Speaker0: dein Körper die restlichen sechs Stunden Schlaf, die noch übrig sind und wir

Speaker0: versuchen anschließend tagsüber mit Kaffee uns wachzuhalten, auszugleichen,

Speaker0: für den Schlaf, den wir nachts nicht bekommen haben.

Speaker0: Und das kann eine Zeit lang funktionieren, aber die Regeneration lässt sich

Speaker0: eben nicht dauerhaft austricksen.

Speaker0: Und aus Sicht der TCM brauchen wir den Wechsel zwischen Aktivität und Ruhe,

Speaker0: zwischen Yang und Ying, zwischen Tag und Nacht, Tun und Sein, Expansion und Rückzug.

Speaker0: Und du kannst dich dauerhaft im Sommer spielen. Im Sommer sind wir viel aktiver,

Speaker0: aber im Winter braucht dein Körper Ruhe, er braucht Erholung.

Speaker0: Und deshalb auch eine kleine Erinnerung für dich. Du musst dir die Ruhe nicht verdienen.

Speaker0: Ruhe ist eine biologische Notwendigkeit.

Speaker0: Und deshalb der nächste Alltagstipp für dich. Mach mal deinen Abend 10% ruhiger.

Speaker0: Der Abend muss nicht perfekt sein. 10% ruhiger sind schon Anfang.

Speaker0: Kleine Veränderungen sind einfach wichtig, weil wir sie dann tatsächlich umsetzen können.

Speaker0: Also frag dich, wie könnte mein Abend heute 10% ruhiger werden?

Speaker0: Vielleicht legst du dein Handy 20 Minuten früher weg. Vielleicht machst du dir

Speaker0: einen Tee. Vielleicht dimmst du das Licht. Vielleicht gehst du früher ins Bett.

Speaker0: Vielleicht atmest du fünf Minuten. Vielleicht setzt du dich einfach hin,

Speaker0: ohne Podcast, ohne Instagram, ohne Fernsehen, ohne noch etwas optimieren zu

Speaker0: müssen. Einfach sitzen.

Speaker0: Und vielleicht merkst du dabei erstmal, wow, ich bin einfach völlig erschöpft.

Speaker0: Und auch diese Erkenntnis, die ist vollkommen in Ordnung, und unglaublich wichtig

Speaker0: und das ist der erste Schritt.

Speaker0: Und Stress ist ja auch so ein Faktor, den wir nicht unterschätzen dürfen.

Speaker0: Da kannst du auch gerne mal in meinen Podcast Love, Peace and Consciousness

Speaker0: reinhören. Da habe ich schon einige Folgen dazu gemacht.

Speaker0: Wichtig ist mir nur, dass dir bewusst wird, Stress ist nicht grundsätzlich schlecht.

Speaker0: Wir brauchen Stressreaktionen.

Speaker0: Sie helfen uns, Herausforderungen zu bewältigen. Problematisch kann es eben nur werden.

Speaker0: Wenn die Belastung dauerhaft wird und die Regeneration fehlt.

Speaker0: Und deshalb möchte ich dir gar nicht sagen, du musst weniger Stress haben.

Speaker0: Denn ganz ehrlich, wenn du zum Beispiel kleine Kinder hast, arbeitest,

Speaker0: Termine hast, Angehörige versorgst

Speaker0: oder selbstständig bist, bringt dir dieser Satz überhaupt nichts.

Speaker0: Du kannst dein Leben nicht komplett verändern, aber du kannst deinem Nervensystem

Speaker0: eben kleine Signale geben.

Speaker0: Und du kannst dir sichere Momente schaffen.

Speaker0: Und hier kommt etwas ins Spiel, das du immer dabei hast und das ist deine Atmung.

Speaker0: Und das ist so der nächste Alltagstipp und den kannst du gleich mal mitmachen.

Speaker0: Und dafür musst du gar nichts erzwingen. Atme einfach mal durch die Nase ein und langsam wieder aus.

Speaker0: Und noch einmal einatmen und etwas länger ausatmen.

Speaker0: Und dann atme nochmal, vielleicht vier Sekunden ein.

Speaker0: Und ganz entspannt 6 Sekunden aus. Ohne Leistungsdruck.

Speaker0: Und daraus eine Aufgabe zu machen. Und eine Atmung, warum habe ich die so gemacht?

Speaker0: Eine Atmung, bei der die Ausatmung etwas länger ist, kann bei vielen Menschen,

Speaker0: helfen, aus einem hohen Aktivierungszustand herunterzufahren.

Speaker0: Und ich finde diesen Gedanken immer so schön, mit der Atmung zu arbeiten,

Speaker0: denn du brauchst dafür kein Equipment, keine App, keinen perfekten Raum.

Speaker0: Deine Atmung ist einfach immer da. Im Supermarkt, im Auto, auf der Toilette,

Speaker0: bei der Arbeit, abends im Bett, wann auch immer.

Speaker0: Und somit kannst du deinem Körper immer wieder kleine Momente anbieten,

Speaker0: in denen er nicht kämpfen muss.

Speaker0: Und mit der Atmung tun wir auch der Psyche etwas Gutes, denn auch Psyche und

Speaker0: Immunsystem hängen stark zusammen.

Speaker0: Krankheiten sind sehr komplex und Infektionen sind real und ich möchte damit

Speaker0: auch nicht sagen, wenn du krank bist, hast du nicht gut genug geatmet oder nicht

Speaker0: positiv genug gedacht, das nicht passiert.

Speaker0: Aber es gehört einfach mit dazu.

Speaker0: Und TCM Ernährung und Stressregulation können einfach, wenn du krank bist,

Speaker0: eine ganz sinnvolle Ergänzung sein.

Speaker0: Und wir wissen ja auch heute sehr deutlich, dass das Nervesystem,

Speaker0: das Hormonsystem und das Immunsystem miteinander kommunizieren.

Speaker0: Denn der Mensch besteht eben nicht aus einer einzelnen Schublade, auch nicht das Tier.

Speaker0: Psyche, Verdauung, Immunsystem, Hormone, die kommunizieren alle miteinander,

Speaker0: sonst funktioniert unser Körper nicht.

Speaker0: Und wenn du so ein bisschen drüber nachdenkst, frag dich mal,

Speaker0: was erschöpft mich eigentlich gerade?

Speaker0: Nimm die Frage auch gerne mal mit, du musst sie dir nicht sofort beantworten.

Speaker0: Frag dich mal, was erschöpft mich gerade und was gibt mir wirklich Energie zurück?

Speaker0: Nicht, was lenkt mich ab, was nähert mich, sondern was gibt mir Energie zurück.

Speaker0: Und damit dir der Unterschied bewusst wird, eine Stunde am Handy scrollen zum

Speaker0: Beispiel, die lenkt dich ab.

Speaker0: Ja, aber ein Spaziergang, der kann dich nähern.

Speaker0: Gespräche mit anderen Menschen können dich nähern. Und manchmal ist genau das

Speaker0: für unseren Alltag die richtige Medizin.

Speaker0: Und was auch wichtig ist, dass du dir klar machst, wenn wir jetzt im Herbst

Speaker0: sind, ja, ich habe ja schon gesagt, der Herbst, Lunge, Dickdarm,

Speaker0: Metallelement, das gehört alles zusammen.

Speaker0: Und im Herbst, das siehst du auch in der Natur, die zieht sich zurück,

Speaker0: die Blätter fallen und die Energie verändert ihre Richtung.

Speaker0: Und was machen wir Menschen?

Speaker0: Wir versuchen häufig im September, Oktober, November genauso weiterzumachen

Speaker0: wie im Juni, wie im Sommer.

Speaker0: Gleiche Leistung, gleiches Tempo, gleiche Erwartungen, vielleicht sogar noch ein bisschen mehr.

Speaker0: Aber wir können hier etwas von der Natur lernen.

Speaker0: Nicht jede Jahreszeit ist zum Wachsen da.

Speaker0: Manche Zeiten sind dafür da, Dinge abzugeben. Und deshalb frage ich dich,

Speaker0: was könntest du in diesem Herbst loslassen?

Speaker0: Das kann eine Verpflichtung sein, ein Anspruch, eine Erwartung an dich.

Speaker0: Und vielleicht auch dieses, ich müsste eigentlich noch.

Speaker0: Und wir haben alle ja so eine lange Liste mit To-dos. Sport machen,

Speaker0: gesünder essen, geduldiger sein, produktiver sein.

Speaker0: Ich müsste eigentlich, das höre ich immer wieder.

Speaker0: Und vielleicht streichst du heute einen einzigen Satz von dieser Liste.

Speaker0: Nicht, weil er unwichtig ist, sondern weil deine Energie, und jetzt hör gut

Speaker0: zu, deine Energie ist auch eine Ressource und die kann irgendwann aufgebraucht sein.

Speaker0: Und jetzt habe ich dir schon so viele Tipps gesagt und so viel darüber gesprochen,

Speaker0: wie wir das Immunsystem noch stärken können. Und jetzt lass uns mal so einen

Speaker0: kleinen TCM-Tag ganz praktisch durchgehen.

Speaker0: Wie könnte so ein Tag aussehen, an dem du dein System unterstützt,

Speaker0: ohne dein ganzes Leben umzukrempeln?

Speaker0: Du stehst morgens auf und bevor du direkt dein Handy nimmst,

Speaker0: atmest du dreimal bewusst.

Speaker0: Vielleicht trinkst du etwas Warmes. Dann gibt es ein Frühstück,

Speaker0: das wirklich satt macht und nährt.

Speaker0: Vielleicht eben Puls mit Äpfeln und Zimt.

Speaker0: Du ziehst dich so an, dass du nicht den halben Vormittag frierst.

Speaker0: Mittags gibt es eine richtige Mahlzeit. Nicht so schnell etwas nebenbei,

Speaker0: sondern hinsetzen und in Ruhe essen.

Speaker0: Am Nachmittag gehst du 10 oder 20 Minuten spazieren. Du bewegst deinen Körper,

Speaker0: du bekommst Tageslicht, du atmest.

Speaker0: Und wenn du merkst, dass dein Stresslevel steigt, machst du nicht erst etwas

Speaker0: dagegen, wenn du kurz vor dem Zusammenbruch stehst.

Speaker0: Du machst drei ruhige Atemzüge oder vielleicht auch fünf. Abends gibt es was

Speaker0: Warmes, eine Suppe, Ofengemüse, einen Curry.

Speaker0: Etwas, was dich wirklich nähert. Und dann wird der Abend langsam ruhiger.

Speaker0: Vielleicht trinkst du noch einen Tee, liest ein paar Seiten im Buch oder eine

Speaker0: Seite, eine halbe Seite, völlig egal.

Speaker0: Oder du machst zehn Minuten einfach nichts. Und dann gehst du schlafen.

Speaker0: Klingt doch eigentlich relativ simpel, oder?

Speaker0: Wir Menschen sind leider so gestrickt, dass wir häufig nach dem geheimen Trick

Speaker0: suchen. Nach dem Supplement, nach Superfoods, nach dem Biohack.

Speaker0: Und dabei besteht Gesundheit oft aus sehr unspektakulären Dingen.

Speaker0: Essen, schlafen, bewegen, atmen, verbunden sein, Pausen machen und das immer wieder.

Speaker0: Und,

Speaker0: natürlich gibt es auch Lebensmittel, klassische Lebensmittel wie Ingwer,

Speaker0: Zimt, die du nutzen kannst, Lauch, Frühlingszwiebeln, Knoblauch.

Speaker0: Ich habe dazu auch nochmal einen Blogbeitrag veröffentlicht,

Speaker0: schau da gerne mal auf die Homepage vorbei, ich verlinke das auch nochmal in den Shownotes.

Speaker0: Hier ist mir nur wichtig, wenn du eben nach Lebensmitteln suchst und Dingen,

Speaker0: die du kochen kannst, was ja auch total wichtig ist.

Speaker0: Aber nur, weil es für den einen Menschen passt und das ist mir wichtig,

Speaker0: dass du es verstehst, heißt es nicht, dass es automatisch für jeden Menschen passt.

Speaker0: Wir müssen uns immer anschauen, wie ist der aktuelle Istzustand des Menschen,

Speaker0: des Tieres und was passt gerade.

Speaker0: Und das unterscheidet eben die TCM von so vielen pauschalen Ernährungstrends.

Speaker0: Denn der eine Mensch friert ständig, der andere schwitzt nachts,

Speaker0: der andere hat trockene Schleimhäute, der nächste hat viel Schleim- und Verdauungsbeschwerden

Speaker0: und der eine braucht eben Wärme, der andere verträgt kaum wärmende Lebensmittel.

Speaker0: Und deshalb ist immer die wichtige Frage, was brauchst du?

Speaker0: Und nicht, was ist grundsätzlich gesund, sondern was unterstützt dich gerade.

Speaker0: Das ist ein ganz großer Unterschied und das erlebe ich auch immer in den TCM

Speaker0: Ernährungsberatungen für Menschen, dass wenn ich dann eben nicht nur Rezepte vorgebe,

Speaker0: sondern auch Alltagstippen reinhole, mir anschaue, wie ist der Mensch, wie ist der Körper,

Speaker0: dass das so ein großer Aha-Effekt ist.

Speaker0: Und vor allem, weil es eben keine Verbote gibt.

Speaker0: Und jetzt hast du ja wirklich ganz viel mitbekommen.

Speaker0: Und wenn du aus dieser Folge nur ein paar Dinge mitnimmst, dann ist das vielleicht

Speaker0: erstens, dass du regelmäßig was Warmes isst, dass du gerne auch den Tag mit

Speaker0: einer warmen Malserbett beginnst.

Speaker0: Zweitens, dass du dich warm hältst, wenn du gerne frierst, dass du vor allem

Speaker0: Füße und Nacken warm hältst.

Speaker0: Und dass du jeden Tag ein bisschen nach draußen gehst, Bewegung,

Speaker0: ein bisschen Tageslicht, es muss kein einständiges Workout sein.

Speaker0: Dass du dir genügend Schlaf schenkst und,

Speaker0: dass du dir kleine Regulationsmomente, zum Beispiel mit deinem Atem,

Speaker0: mit einer Tasse Tee ohne Handy, mit 10 Minuten spazieren gehen,

Speaker0: mit früher ins Bett gehen, eine Mahlzeit im Sitzen, dass du dir kleine Regulationsmomente,

Speaker0: in deinen Alltag einbaust.

Speaker0: Und wenn du all diese Tipps gehört hast, dann würde ich mich freuen,

Speaker0: wenn du dich wieder ein bisschen besser um dich kümmerst. Es muss nicht perfekt

Speaker0: sein, es muss nicht jeden Tag sein, aber immer wieder.

Speaker0: Ich hoffe, dass du aus dieser Folge einige Impulse für dich oder auch für dein

Speaker0: Tier mitnehmen könntest.

Speaker0: Und vielleicht machst du dir heute tatsächlich eine warme Suppe,

Speaker0: eine Tasse Tee dazu, ziehst dir dicke Socken an.

Speaker0: Ich werde das auf jeden Fall jetzt machen. Ich habe da richtig Lust drauf bekommen,

Speaker0: als ich die Podcast-Folge aufgenommen habe.

Speaker0: Vielleicht gehst du auch ein bisschen früher ins Bett, nicht weil du musst,

Speaker0: sondern weil dein Körper einfach unglaublich viel jeden einzelnen Tag für dich tut.

Speaker0: Und vielleicht können wir anfangen, ihm dafür etwas zurückzugeben.

Speaker0: Pass gut auf dich auf, bis zur nächsten Podcast-Folge.

Speaker0: Alles Liebe, deine Nathalie.

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